Die perfekt geschwungene Wendeltreppe

Mit Lochblech-Geländer geschmückt und gesichert

Immer mehr Sakralgebäude werden überflüssig, weil die beiden großen christlichen Konfessionen schrumpfen. Doch viele Kirchen prägen das Stadtbild, gehören zur DNA eines Ortes, und sollen deshalb auch erhalten bleiben. Aus diesem Grund werden Gotteshäuser mehr und mehr zu Museen, Cafés, Kulturzentren und Hospize umgewandelt. Oder wie in Basel zum Proberaum für das Sinfonieorchester der Stadt, samt Büro der Geschäftsstelle. In der ehemaligen First Church of Christ Scientist, erbaut von Otto Rudolf Salvisberg, wurde das Geländer der vom Architekten Zeit seines Lebens perfektionierten Wendeltreppe mit MEVACO Lochblech instand gesetzt.

Lochblech setzt eine Schweizer Vorschrift um

„Vor ein paar Jahren gab es einen Tag des Denkmals“, berichtet Anja Beer von Beer Merz Architekten aus Basel, die für den Umbau der First Church of Christ Scientist verantwortlich zeichneten. „Damals spielte das Sinfonieorchester auf einer provisorischen Bühne in der Kirche. Als diese dann zum Verkauf stand, kam eines zum anderen. Das Orchester benötigte eine neue Heimat, und die Kirche bot sich dafür an. Was grundsätzlich gar nicht einfach ist, weil bei einer Nutzungsänderung von der Heizung über Lüftung und Klima bis Elektroinstallationen und Brandschutz alles den heutigen Bauvorschriften angeglichen werden muss. Dazu gehören auch die Geländerhöhen bei den Treppen, wo es in der Schweiz die Vorschrift einer Mindesthöhe von einem Meter gibt. Das wiederum brachte den Basler Handwerker Honoré Berrel und seine Firma Berrel Metallbau AG sowie MEVACO Lochblech ins Spiel.

Flexibles und transparentes Lochblech

Die Kirche First Church of Christ Scientist ist ein Spätwerk von Otto Rudolf Salvisberg, der zu den bedeutendsten Architekten der Moderne zählt. „Entsprechend respektvoll haben wir uns dieser Ikone der Architektur auch angenähert“, berichtet Anja Beer, „als es darum ging, aus ihr das „Probezentrum Picassoplatz“ zu machen. In seinen Werken hat Salvisberg die Wendeltreppe zur Perfektion gebracht, und das war auch hier nicht anders. Doch die elegant geschwungene Treppe brauchte eine Absturzsicherung, bei der gleichzeitig das Geländer ausgesteift werden sollte. Wir entschieden uns für MEVACO Lochblech, nachdem wir gut 20 Muster bestellt und ausprobiert hatten.“ Zum Einsatz kam MEVACO Lochblech Hv 6-6,7 aus Stahl 1,5 mm und U-Profile 1.8 aus Edelstahl in der Materialdicke 1,25 mm, Länge 3000 mm und Schlitzbreite 1,8 mm. „Diese Bleche erwiesen sich als viel biegsamer und flexibler und außerdem wesentlich transparenter als beispielsweise Langlochblech“, so Anja Beer.

Lochblech Mustertafeln mit Kabelbinder montiert

„Die ganze Sache war ein Annäherungsprozess“, ergänzt Handwerker Honoré Berrel, „wie alles, was man zum ersten Mal tut. Wir konnten zwar auf unsere Berufserfahrung, aber nicht auf Routine zurückgreifen. Welches Geflecht passt am besten, war eine der ersten Fragen, die wir uns stellten. Heute, in Vollendung, ist der Effekt des Lochblechs erstaunlich: Durch den hohen Lochanteil wirkt es aus der Distanz vom Foyer aus gesehen nahezu unsichtbar. Beim näheren Betrachten tritt es jedoch als gestalterisches Element in Erscheinung. Das mussten wir jedoch alles erst einmal ausprobieren. Am Anfang habe ich dafür die Mustertafeln, die wir von MEVACO bekommen haben, einfach mit Kabelbinder montiert. Im Anschluss ging es darum, wie sich die Lochbleche in den Rundungen verhalten. Auch die U-Profile musste ich erst mit der Walze zurechtbiegen. Die ersten Profile hat es dabei zerdrückt. Deshalb habe ich im Betrieb ein neues Werkzeug produziert, mit dem ich die Profile passgenau biegen konnte.“

Wie verhindert man Fingerabdrücke am Lochblech-Geländer?

Bei diesem hohen Aufwand passt es gut, dass die Architekten dem Handwerk grundsätzlich hohen Respekt zollen. „Wir sehen uns selbst als so etwas wie Generalisten-Handwerker“, erläutert Anja Beer die Philosophie von Beer Merz Architekten. Dieses Feingefühl kam ihnen auch bei der Umgestaltung der First Church of Christ Scientist entgegen. Architekten und Handwerker ergänzten sich ausgezeichnet: „Wir sind zwar nur ein kleiner Betrieb“, sagt Honoré Berrel dazu schmunzelnd, „der aber in der ganzen Schweiz zu Metallbau-Aufträgen herangezogen wird, vor allem wenn die Aufgabe etwas komplexer ist. So weiß man auch bei Beer Merz Architekten: Wir kriegen das immer irgendwie hin. Denn oft geht es ums Detail: Wie bei der Wendeltreppe, wo wir uns zum Beispiel der Aufgabe stellten: Wie verhindern wir Fingerabdrücke am Geländer?“

Bio-Wachsöl und Lochblech harmonieren

Auch dafür konnte Honoré Berrel aus seinem reichen Erfahrungsschatz als Metallbauer schöpfen. „Wir stellen gerne Möbel aus rohem Stahl her. Früher bearbeitete man diese mit einer Nachbehandlung aus Leinöl und Terpentinersatz, was allerdings gut zwei Monate zum Aushärten benötigt. Das Lochblech-Geländer haben wir deshalb mit einem Bio-Wachsöl eingerieben. Das ist bereits in wenigen Tagen ausgehärtet, sorgt für einen leicht schimmernden Glanz und verhindert, dass durch Anfassen des Geländers Rost entsteht.“

Eine Win-Win-Situation - auch dank Lochblech

Und so ist ein großes Werk gelungen. Sowohl das Publikum in Basel als auch renommierte Fachautoren loben die Arbeit. Die Macher der Webseite Architektur Basel würdigen den „rücksichtsvollen Umbau von Beer Merz Architekten“ mit „zurückhaltenden, wohlüberlegten Eingriffen und größtmöglichem Respekt vor dem Bestand“, der die Kirche „zu neuem Leben“ erwachen ließ. Man könnte die Umnutzung der First Church of Christ Scientist auch als gleich mehrfache Win-Win-Situation bezeichnen: Einer bedeutenden Architektur-Ikone wurde ein zweites Leben geschenkt, eine Kulturinstitution wie das Basler Sinfonieorchester fand eine neue Heimat, Architekten und Handwerker konnten zeigen, was in ihnen steckt, und MEVACO Lochblech macht wieder einmal eine gute Figur. Mit diesem präsentablen Objekt ist man auch bei Immobilien Basel-Stadt sehr zufrieden. Hochachtung vor dieser Leistung, oder wie man es im Basler Dialekt ausdrückt: „Reschpäggt!“

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