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11.05.2017

Wenn MEVACO Häuser glänzen lässt

Jedenfalls unterscheidet sich seine Philosophie über zeitgenössische Architektur ganz wesentlich von der vieler Kollegen. „Wir vom Büro PLANAS“, sagt der in Gratwein beheimatete Architekt, „bauen für die Benutzer. Dabei darf trotzdem zeitlose Architektur entstehen, die Wohnträume verwirklicht.“ Ein solcher Wohntraum entstand in Graz, und ein glänzender obendrein: Das golden skin im Stadtteil St. Peter sorgt in der am schnellsten wachsenden Stadt Österreichs für dringend benötigten Wohnraum. Bei der goldenen Hülle kamen 800 Quadratmeter MEVACO Streckmetall aus Stahl zum Einsatz, und für die Balkone weitere 550 Quadratmeter MEVACO Streckmetall aus Aluminium.

Richtungsweisend im Wohnungsbau

„Wohnraum ist knapp in Graz“, erläutert Robert Wurzinger. Er wurde von der federführenden S. Jaritz Stahlbau & Montage GmbH zum Projektleiter für das komplexe Streckmetall-Werk berufen. „Seit wir 2003 zur Kulturhauptstadt Europas ernannt wurde, sprießen die spannende Gebäude ja nur so aus dem Boden: Das Kindermuseum in der Friedrichgasse zum Beispiel, das Kunsthaus, das Wohnbauprojekt Rondo oder Ben van Berkel´s Mumuth an der Kunstuniversität.“ „Ein wahrer Reigen zeitgenössischer Glanzlichter der Architektur“, ergänzt Architekt Karl Valentin Schwarzl. „Trotzdem kann man sich dem Gefühl nicht erwehren, dass es gerade im Wohnungsbau noch Luft nach oben gibt. Daher setzen wir vom Büro PLANAS uns für herausragende Architektur für Menschen ein, die sonst eher selten von der Architektur berücksichtig werden.“

Ein schwierig zu bebauender Grund

Zu dieser Philosophie fügte sich eine Notwendigkeit, die sich aus der schwierigen städtischen Lage des zu bebauenden Grundstücks erschloss. „Da gibt es zum einen die stark befahrene St. Peter-Hauptstraße, zum anderen die schlichten Wohnbauten in nächster Umgebung“, erklärt Karl Valentin Schwarzl. „Wir haben daher die Zugänge zum Gebäude auf der Nordseite angebracht, und das Haus zum Süden hin geöffnet. Dann haben wir uns für die umspannende goldene Streckmetallhülle entschieden. Sie schirmt das Gebäude zur Straße ab und sorgt gleichzeitig dafür, dass wir innen sehr viel Gestaltungsfreiraum für die Wohnungen zur Verfügung haben. Dazu regt sie zum Nachdenken an. Die Passanten fragen sich neugierig: was steckt dahinter?“

Nur ein Jahr Bauzeit

Dahinter steckt ein hochklassiges Wohngebäude - und um dieses jede Menge technisches Know-how. „In der Tat ein kniffliger Auftrag“, bestätigt Robert Wurzinger. Der Sachverständige für Stahlbau und Schlosserarbeiten stand von Beginn an unter Zeitdruck: „Baustart war im Sommer 2015, ein Jahr später feierten wir bereits die Fertigstellung. Es galt, straffe kalkulatorische Vorgaben einzuhalten und dabei alle technischen Herausforderungen zu meistern.“

Enge Verzahnung zwischen Werkstatt und Planung

Zu diesen gehörte ein fehlender Polierplan für die Hülle, um die maßstabsgetreue Ausführung von Grundriss, Schnitten, Ansichten und Details wiederzugeben. „Aus diesem Grund wurde ein Großteil der dreidimensional gebogenen Fassade mit einem 3D-CAD-Programm geplant“, führt Robert Wurzinger aus. „Schaut man sich das Gebäude an, erkennt man deutlich den auskragenden Vorderteil. Dort stößt die gebogene Fassade auf eine geneigte konische Fläche. Dieser Teil musste in der Werkstatt von S. Jaritz Stahlbau & Montage zusammengebaut werden. Das erforderte eine enge Verzahnung zwischen Herstellung und Planungsbüro.“

Eine schnelle Lieferung der Streckmetalle war nötig

„MEVACO war in der Lage, die große Menge an Streckmetallen schneller zu liefern als die Konkurrenz“, sagt Robert Wurzinger. „Das war für uns ein starkes Argument.“ Neben den 800 Quadratmetern MEVACO Streckmetall aus Stahl, Raute 100x40x10, mit Goldfarbe beschichtet, für die Hülle, waren das noch weitere 550 Quadratmeter 2mm starkes MEVACO Streckmetall aus Aluminium, Raute 110x52x24, nachträglich pulverbeschichtet, für die Balkone. Während in Schlierbach gefertigt wurde, montierten die Arbeiter auf der Baustelle bereits eine solide Unterkonstruktion aus Formrohr mit rostfreien Spreizankern auf die Betonkonsolen. Nach Lieferung des Streckmetalls mussten sämtliche farbigen Oberflächen noch pulverbeschichtet werden. „Erst danach konnten wir das Streckmetall auf umlaufende, nicht miteinander verbundene und vorgebohrte Flachstähle schweißen“, weiß Robert Wurzinger. „Im Anschluss haben wir alles mit Bohrschrauben auf die Unterkonstruktion geschraubt.“

Die elastischen Eigenschaften von Streckmetall bleiben erhalten

Um Setzungen und Längenänderungen ausgleichen zu können, war es notwendig, die vertikale Unterkonstruktion geschossweise mit Einschüben zu fertigen. „Damit waren wir in der Lage, ein eventuelles Spiel auszugleichen“, sagt der Projektleiter. „Aus demselben Grund versahen wir das Streckmetall mit einem umlaufenden Rahmen, der an den Ecken nicht verschweißt wurde. Auf diese Weise bleibt uns die federnd-elastische Eigenschaft des Streckmetalls erhalten.“

Viel Lob des Architekten

Da S. Jaritz Stahlbau & Montage GmbH und Projektleiter Robert Wurzinger alle technischen und koordinatorischen Herausforderungen innerhalb des Zeit- und Kostenplans meisterten, lässt das Lob des Architekten nicht lange auf sich warten. „Die haben das perfekt hingekriegt“, bestätigt Karl Valentin Schwarzl, und fügt hinzu: „Für alle Beteiligten ist das golden skin der Beweis dafür, dass wir auch im Wohnungsbau mit seinen knappen Budgets architektonische Ausrufezeichen setzen können.“ Oder anders gesagt: manchmal ist tatsächlich denen das Gold gut, „die es recht zu gebrauchen wissen.“

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